MIT KONFLIKTEN POSITIV UMGEHEN MITTELS MEDIATION

08. Juli 2020

„Ihr habt euch (schon) wieder gestritten?“  

Eine Frage, die wir kennen;

auch die Antworten, haben wir im Ohr oder selbst bereits „auf der Zunge“ gehabt:

„Musste das sein?“

„ Schon wieder?“

„ Wann lernt ihr endlich friedlich miteinander umzugehen?“

 „Schade!“

Wirklich?????

Was ist Streit? Ist es für erfüllte zwischenmenschliche Beziehungen wichtig, in ihnen nicht zu streiten? Zeigt eine Bereitschaft sich über etwas zu streiten nicht vielleicht Gestaltungswillen der Streitenden und damit Verantwortungsgefühl für das Miteinander?

Muss ich dem, mit dem ich streite, nicht zunächst vertrauen, dass er mich fair behandelt und eine mir Chance gibt mich zu erklären, damit ich mich überhaupt traue mit ihm zu streiten?

Es kommt auf die Form an:

„Nicht unterbrechen“, „nicht beleidigen“, „den anderen ausreden lassen“, „dem anderen zuhören“, die Gesprächsregeln kennen wir. Gelingt es uns nicht sie einzuhalten, haben wir sie meistens nicht einfach vergessen. Wie kommt es, dass wir sie in bestimmten Situationen nicht zu nutzen imstande sind und was können wir tun damit sie stets wieder selbstverständlich und verlässlich Teil unserer Gespräche werden und bleiben?

Zur Erforschung dieser Fragen nutzen wir Rollenspiele zu Situationen, in denen ein Konflikt unlösbar erscheint. Sie wecken Freude und verstärken das Bedürfnis die Gründe anderer zu verstehen. Bei dieser Spurensuche stoßen wir auch auf, den Perspektivwechsel: Wie ist die Situation des anderen und damit seine Sicht auf das Thema/Ereignis, oft auch den Streit? So fragen wir zwangsläufig nach den möglichen Faktoren, die unsere Art miteinander umzugehen, beeinflussen.

Die erste Begegnung mit der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg ist oft auch von Zweifeln geprägt. Kann diese Art zu denken und zu sprechen wirklich Klärung bringen und auch umfangreiche Konflikte lösen helfen? Meine Erfahrung sagt mir: Längst nicht immer, aber ganz schön oft!

Mit Texten von Friedemann Schulz von Thun, Paul Watzlawick und anderen forschen wir. Das ist manchmal anstrengend, klar, aber die Entdeckungen dabei sind großartig. Sie machen Spaß und Lust aufs weitere Untersuchungen unserer Sprache!

Sobald Unterricht in gemischten Gruppen wieder möglich ist, könnt ihr mir gerne schreiben, wenn ihr mitmachen wollt. Wir treffen uns immer dienstags zum Mittagsangebot.

 

Frau Piefkowski

Cornelia Stübban-Piefkowski