3 Monate in Mulhouse

Wie alles anfing...

Alles fing mit dem einfachen Französischunterricht in der Schule an , welchen ich nun bereits seit mehr als 5 Jahren habe . Französisch war anfangs kein Fach, was ich sonderlich mochte, geschweige denn beherrschte. Als ich in der 7. Klasse war, wurde ich dann gefragt , ob ich nicht Interesse hätte, einen Austausch nach Flers (Normandie) zu machen. Ich bin letztendlich mitgefahren, aber ich hatte Angst, da ich zu dem Zeitpunkt erst seit einem Jahr Französisch hatte, und weil es weit weg von Zuhause war.

Aber daran habe ich gesehen, dass es oft gut ist über den Tellerrand zu schauen, denn nach diesem Austausch hat sich für mich alles geändert. Ich habe Frankreich kennen – und lieben gelernt . Ich bin die darauffolgenden Jahre immer wieder mit nach Flers gefahren, doch nun bin ich in der 11. Klasse und somit leider zu alt um mitzufahren. Also habe ich überlegt, was ich machen kann, um noch einmal nach Frankreich zu kommen und bin dank meiner Französischlehrerin auf ,,Brigitte Sauzay '' gekommen .
Nun werde ich 3 ½ Monate in Mulhouse verbringen .

Austausch in Frankreich.2
Austausch in Frankreich.2

... Ankommen in Frankreich

Meine Reise begann am 15. Januar um 7:40 h in Hannover am Bahnhof . Meine Eltern brachten mich zum Zug und dann war es soweit. Ich verabschiedete mich und dann begann meine 5 ½-stündige Fahrt nach Basel. Von dort aus holte mich meine Austauschschülerin mit ihren Eltern ab .

Ich bin jetzt bereits 1 ½ Monate hier und mir könnte es nicht besser gehen !
Ich verstehe mich super mit meiner Gastfamilie und meiner Austauschschülerin. Ich habe hier in der Zeit so viele neue Menschen kennen und lieben gelernt. Hier sind alle sehr lieb und hilfsbereit. Ich wurde auch in der Klasse sofort sehr liebevoll aufgenommen. 

Mir fiel es die ersten 2 Wochen schwer, schnell die Worte zu finden um zu antworten, aber das hat sich schnell erledigt. Wenn ich etwas gar nicht wusste, habe ich mich einfach mit Händen und Füßen verständigt. Das war oft extrem lustig, aber letztendlich haben sie hier verstanden, was ich meinte und mir gleichzeitig gesagt, wie es auf französisch heißt.

Jetzt fällt mir viel leichter französisch zu sprechen und ich suche nicht mehr viel nach Worten - ganz im Gegenteil! Wenn ich beispielsweise mit meinen Eltern telefoniere, gibt es Wörter, die mir schneller auf Französisch einfallen als auf Deutsch.

Mir fällt es generell im Moment schwer Deutsch zu sprechen, da ich hier nichts anderes als Französisch höre und auch spreche .

... Im Lycee

Ich gehe hier auf ein Lycee, also ein Gymnasium. Ich werde hier auch nicht anders behandelt und auch bewertet wie jeder andere meiner französischen Mitschüler. Ich schreibe hier genauso die Tests mit und werde auch mündlich bewertet . Natürlich haben die Lehrer immer im Hinterkopf, dass ich eine Austauschschülerin bin, aber letztendlich wird der Inhalt in den Tests bewertet.

Ich bin sehr froh , dass ich so behandelt werde wie jeder andere hier, da ich dann auch genauso lerne, was für mein Französisch nicht schlecht ist . Dies macht sich auch bereits in meinen Tests bemerkbar. Bis jetzt habe ich sogar schon 2 mal die volle Punktzahl erzielt und das sogar mit wenig bis gar keinen Fehlern in meinem Französisch.
Die Schule hier unterscheidet sich sehr von der Schule in Deutschland. Das habe ich bereits gemerkt, als ich vor der Schule stand. In Frankreich ist es normal, dass ein hoher Zaun vor der Schule gezogen ist . Dieser dient zum Schutz.

Die Schule, die ich hier besuche ist sehr groß und hat ungefähr 2000 Schüler .
Das Lycee Louis Armand  ist eine naturwissenschaftliche Schule , also liegen die Schwerpunkte auf Mathe, Physik und Chemie und jeweils zweisprachig. Meine Austauschschülerin hat zum Beispiel Physik sowie Chemie auch auf Deutsch .
Es ist also obligatorisch für die Schüler sich hier früh ein präzises Bild über ihre Zukunft zu machen, da sie nach der 3eme (9.Klasse ) die Schule wechseln und dann im Grunde für ihre Zukunft entscheiden. Das ,, Bac '' (Abitur) an 'meiner Schule' kann nur auf naturwissenschaftlichem Schwerpunkt gemacht werden. Sollte ein Schüler sich dann doch noch umentscheiden und ein Abitur im musisch-künstlerischem Bereich machen wollen, muss er die Schule wechseln.
Ein weiterer Unterschied ist der Unterricht allgemein. Hier ist alles ein bisschen strenger, aber nicht sehr gravierend. Wie ich bereits am Anfang erwähnt habe, werden hier viele Tests geschrieben. Diese heißen ,,Contrôl''. Die Franzosen schreiben viele kleine Tests über das Jahr verteilt und am Ende des Trimesters eine große Arbeit, mit allen Themen des Fachs, welche über das ganze Jahr über behandelt wurden.

Austausch in Frankreich.1
Austausch in Frankreich

... Ferien mit der Gastfamilie

Ich habe hier bereits 2 Wochen Ferien hinter mir, in denen ich mit meiner Familie viel gereist bin .
By the way : Ich könnte mir keine bessere Gastfamilie wünschen. Wir sind zu dem Onkel von meiner Austauschschülerin gefahren und haben uns viele Städte angeschaut wie zum Beispiel Nancy .
In Nancy ist ein großes Gebäude zu finden, wo zur damaligen Zeit eine Königsfamilie gelebt hat . Um dieses Gebäude herum befindet sich ein großer Platz und eine Allee .
Die Staßen in Nancy führen sternartig alle zu diesem Platz und zu einem Triumphbogen .
Aber jetzt in ich wieder in der Schule und bin sehr gespannt was die nächste Zeit noch so alles mit sich bringt .

Mir bleiben jetzt noch genau 1 ½ Monate hier und ich muss sagen die Zeit vergeht leider immer schneller.