Heute hatten wir die Gelegenheit, einen Bauernhof in Wunstorf zu besuchen und aus erster Hand zu erfahren, wie die Milchproduktion in Deutschland funktioniert. Es war eine sehr interessante Erfahrung, da wir viel über die eingesetzten Technologien, das Tierwohl und die Organisation des Betriebs lernten. Während des Besuchs erfuhren wir, dass der Hof etwa 250 Milchkühe hält. Die Kühe werden durch künstliche Besamung befruchtet und beginnen im Alter von etwa zwei Jahren Milch zu geben. Zudem lernten wir, dass männliche Kälber meist nicht auf dem Hof bleiben, sondern für die Fleischproduktion aufgezogen werden.
Ein weiteres wichtiges Thema war das Tierwohl. Der Hof legt großen Wert darauf, den Kühen viel Komfort und Bewegungsfreiheit zu bieten. Da Kühe kein heißes Wetter mögen und unter Hitze stressanfällig sind, sorgen Ventilatoren für Abkühlung. Die Kühe werden mit modernen Maschinen gemolken. Im Durchschnitt produziert jede Kuh täglich 40 Kilogramm Milch und wird je nach Bedarf zwei- bis fünfmal am Tag gemolken. Die Maschinen erfassen zahlreiche Daten zu jeder Kuh, darunter Identifikationsnummer, Name, Milchmenge, Melkzeit und sogar Gesundheitsindikatoren wie mögliche Anzeichen von Fieber. Außerdem wird die Milch auf Eiweiß-, Fett- und Bakteriengehalt geprüft, um die Qualität sicherzustellen. Wir erfuhren auch, dass die Kühe etwa sechs Monate vor der Geburt separiert werden, damit sie eine besondere Betreuung erhalten und eine gesunde Trächtigkeit erleben können. Auch wenn die Maschinen gewartet und gelegentlich repariert werden müssen, bieten sie sowohl den Tieren als auch den Mitarbeitern mehr Freiheit.
Nach dem Hofbesuch haben wir unsere gemeinsame Zeit reflektiert. Dazu gestalteten eir ein Plakat, auf dem wir die Unterschiede zwischen Brasilien und Deutschland gegenüberstellten. Danach haben wir uns darüber ausgetauscht, wie wir die Welt zu einem besseren Ort machen können. Dazu zeichneten wir unsere Ideen in die Umrisse eines Fußabdrucks auf einem Blatt Papier. Viele von unsmöchten sich für ein Yfaires und gerechtes Miteinander einsetzen, für fairen Handel, Frieden, Respekt und den Schutz der Natur. Da sind sich alle sehr einig, egal aus welchem Land wir kommen.
Es war ein sehr bereichernder Tag. Wir lernten viel über Landwirtschaft, Technologie und Nachhaltigkeit und hatten zudem die Gelegenheit, über das Erlebte nachzudenken und uns untereinander auszutauschen.
Der Schüleraustausch wurde durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstifung und die Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers gefördert. Vielen Dank!